Hindus u. Zentralrat der Inder

Der Hinduismus ist die älteste aller Religionen und hat sich bis in die Moderne als gesunde, bunte und üppige Tradition entfaltet. Diese drittgrößte Weltreligion wurde nicht von einer einzigen Person gegründet, sondern beruht auf dem „sanatan dharma“, dem ewigen Weltgesetz, welches bereits existierte, bevor Propheten und Weise geboren wurden. Im Allgemeinen wird der Hinduismus mit Indien und Nepal in Verbindung gebracht, doch sein Einfluss dehnt sich auf ganz Südostasien in Länder wie Sri Lanka, Bangladesch, Pakistan, Indonesien, Singapur, Bhutan und Indonesien (Bali) aus. In jüngerer Vergangenheit hat er sich durch Auswanderung auf der ganzen Welt verbreitet. Mit seinen mehr als 1,2 Milliarden Anhängern ist er eine der wichtigsten Weltreligionen und war die die Quelle anderer östlicher Traditionen wie Buddhismus, Jainismus und Sikhismus. Insgesamt wohnen in Deutschland zurzeit ca. 100.000 Hindus.

Wissenschaftler vermuten, dass der Begriff „Hindu“ zum ersten Mal im 8. Jahrhundert vor Christi von persischen Invasoren benutzt wurde, um die Menschen jenseits des Flusses Indus (heute im Westen Pakistans) zu bezeichnen. Dieses Wort hatte keine spezifisch religiöse, sondern eher eine kulturelle, politische und geographische Bedeutung. Erst später, als Außenstehende (erst Muslime und später Christen) versuchten, ihre eigenen Lehren durchzusetzen, haben „Hindus“ gemeinsam mit den Einwanderern die religiösen Traditionen Indiens als separates autonomes Ganzes, eine Religion, den anderen Weltreligionen ähnlich, definiert. Was wir heute als Hinduismus kennen entpuppte sich dabei als eine Familie von Religionen. Der gemeinsame Nenner für alle Traditionen innerhalb des Hinduismus ist die Akzeptanz der Veden als offenbarte Schriften, die laut eigener Aussage ca. 3.100 v.Chr. aufgeschrieben wurden.

Bei aller Vielfalt der Traditionen existiert eine Anzahl philosophischer Konzepte, die weithin akzeptiert und gewöhnlich in Traditionsfolgen von spirituellen Lehrern (gurus) herabgereicht werden.

    Die hauptsächlichen Konzepte sind diese:

  • atman: das wirkliche, ewige Selbst (die Seele), welches sich von Körper und Geist/Verstand unterscheidet.
  • brahman: spiritueller Geist oder der/das Höchste (Gott)
  • deva: Halbgott, einer der Aufseher über die materielle Welt
  • dharma: Pflicht oder Einhaltung natürlicher Gesetze, auch „Weltgesetz“
  • karma: das universale Gesetz der Handlung und ihrer Reaktionen
  • maya: Illusion, durch welche die ewige Seele sich mit zeitweiliger Materie identifiziert
  • samsara: der ewige Kreislauf von Geburt und Tod, die Wanderung der Seele von einem Körper zum nächsten
  • moksha: Befreiung aus dem Samsara durch Vereinigung mit Gott

Trotz der Akzeptanz einer Vielzahl höherer Wesen glauben die meisten Hindus, dass Gott eins ist, entweder als alldurchdringende Weltenseele oder als höchste Person. Wie auch immer man sich den Höchsten vorstellt, er wird in mannigfaltigen Gestalten verehrt, von denen drei besonders wichtig sind, nämlich Vishnu, Shiva und Shakti (die Göttin). Rama und Krishna z.B. sind zwei Herabkünfte (avataras) von Vishnu.

Obwohl die meisten Hindus sich einer der Traditionen zugehörig fühlen, die sich um die Hauptgottheiten reihen, gibt es auch solche, die sich mit keinem bestimmten Pfad, sondern mit mehreren oder allen Traditionen und Wegen gleichzeitig identifizieren. Eine Anzahl hat sich modernen Bewegungen angeschlossen. Manche dieser Bewegungen sind synkretistisch und haben Konzepte und Praktiken aus überlieferten indischen Traditionen oder sogar aus anderen Weltreligionen und Philosophien übernommen. Das höchste Ziel ist, dass sich alle nach und nach in Richtung Selbst- und Gottesverwirklichung entwickeln können.

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